2.8 TransparenzQualität von Schule bemisst sich nicht nur am Unterricht, sondern ebenso am Kommunikations- und Kooperationsklima, was wiederum Voraussetzung für guten Unterricht ist. So soll beispielsweise unser Schulprogramm das Programm aller am Schulleben Beteiligten sein. Deshalb haben wir frühzeitig ein Team aus Lehrern, Eltern und Schülern zusammengestellt und die einzelnen Schulmitwirkungsgremien immer wieder durch Zwischenberichte mit dem Stand der Diskussion bekannt gemacht.
Damit haben wir einen hohen Anspruch aufgestellt, den wir auch im Schulalltag so gut wie möglich einlösen wollen: die Mitwirkung bzw. - wenn das nicht möglich oder vorgesehen ist - die Durchschaubarkeit der in der Schule getroffenen Entscheidungen sind uns sehr wichtig. Denn wer einbezogen wird in Entscheidungen, übernimmt auch Verantwortung und das bedeutet auch einen Schritt in Richtung Demokratisierung.
Damit ist auch gemeint, dass am PKG viele Verwaltungstüren prinzipiell offen stehen, was natürlich einschließt, dass auch der Schulleiter zwischendurch ein Recht auf Ruhe hat bzw. nicht-öffentliche Gespräche führen kann und soll.
Dem Ziel der Transparenz dient auch eine sorgfältige Information über Lerninhalte und Arbeitsformen im Rahmen der Klassenpflegschaften. Sie findet in der Regel zu Anfang des Schuljahres auf dem ersten Elternabend statt, kann jedoch bei Bedarf auch während des Schuljahres aktualisiert werden.
Die Verpflichtung der Fachkonferenzen, an denen auch bis zu fünf Eltern- und Schülervertreter teilnehmen, Absprachen über Leistungskontrollen und Beurteilungskriterien vorzunehmen, nehmen wir ernst. In diesem Bereich sind sicher noch Verbesserungen möglich bezüglich der Konkretisierbarkeit dieser Absprachen. Wir legen aber Wert darauf, dass der pädagogische Handlungsraum des einzelnen Lehrers durch solche Absprachen nicht völlig aufgehoben werden darf, denn Vergleichbarkeit soll nicht zur Gleichförmigkeit führen.
Ganz konkret zeigt sich die Forderung nach Transparenz in der Erstellung der Hausordnung, in der die Interessen aller Beteiligten mit dem Ziel eines möglichst harmonischen Zusammenlebens eingeflossen sind. Dies wiederum - und das verweist auf ein anderes Ziel unseres Programms - kann nur auf dem Boden „gegenseitigen Respekts" erfolgen.
Ein weiterer Aspekt der Transparenz am PKG liegt in der Evaluation oder besser einer Kultur derSelbstreflexion. Als Bildungseinrichtung trauen wir den Menschen, die am Paul-Klee-Gymnasium lernen und leben zu, dass sie ihre Lernprozesse und die Schule als Lebensraum selbst reflektieren und zu ihrer Verbesserung beitragen.
Dabei sehen wir unsere Schule jedoch nicht nur als eine Einrichtung, in der Wissen und Kompetenzen vermittelt werden. Sie ist eine Bildungseinrichtung und immer mehr auch Lebensraum. Damit kommen aber auch noch andere Aspekte des schulischen Lebens in den Blick, die von den gängigen Formen der Lernerfolgsüberprüfung nicht erfasst werden: soziales Klima, Kooperationsformen, Konfliktlösungsstrategien, Beratungsstrukturen, Organisationsformen, außerunterrichtliche Aktivitäten, Projekte, Leitbilder, Bildungs- und Erziehungsziele etc.
Wenn wir unsere Schule verbessern wollen, brauchen wir Instrumente, mit denen sich die gesteckten Ziele und Leitideen überprüfen lassen. In der Selbstreflexion sehen wir eine Möglichkeit unsere Schule gemeinsam weiter zu entwickeln.
So wurde etwa u. a. im Hinblick auf diese Bereiche in der Jahrgangstufe 9 des Paul-Klee-Gymnasiums eine Befragung durchgeführt. Dabei war es uns wichtig möglichst verschiedene Fragestellungen und Perspektiven zu berücksichtigen: Die Lehrer haben einen Schülerfragebogen entworfen und die Eltern haben die Fragen für die Eltern vorbereitet. Nach der Sichtung des Datenmaterials zielte die Auswertung und Diskussion in den verschiedenen Gremien der Schule auf die Sicherung positiver Entwicklungen und die konstruktive Veränderung kritischer Aspekte.
Ein Instrument der Evaluation für uns ist SEIS (Selbstevaluation in Schule). Hierbei hat sich die Schule der Möglichkeit einer externen Untersuchung mit den Schwerpunkten ‚Transparenz der Beurteilungskriterien’, ‚Benennen der Leistungsanforderungen’, ‚Individuelle und lerntempobezogene Förderempfehlungen’, ‚Möglichkeiten zusätzlicher Hilfestellungen/Schülerunterstützung’ sowie ‚Vernetzung von Wissen fächerübergreifende Ansätze im Unterricht’ bedient, die im Schuljahr 2008/09 in den Klassen 8 und 10 durchgeführt wurde. Die Auswertung dieser Aspekte dauert an und wird uns in unserer täglichen Arbeit unterstützen.
Andere Formen der Evaluation sind etwa Feed-Back-Bögen zur Auswertung von Unterrichtsreihen sowie bestehende Beratungsstrukturen. Insgesamt geht es also um die ständige Überprüfung unserer Arbeit: Was wurde erreicht, was nicht, warum?
Damit liegt im Sinne von Demokratisierung in der Evaluation als Selbstreflexion auch eine Möglichkeit von Kritik und Mitgestaltung schulischen Lebens. Somit ist eine funktionierende Kultur der Selbstreflexion Zeichen einer lebendigen Schule.
zuletzt aktualisiert am 01.09.2010
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