Paul-Klee-Gymnasium Overath

Reise in eine dunkle Zeit – die Gedenkstättenfahrt der Geschichts-Projektkurse der Jgst. Q1 des Paul-Klee-Gymnasiums

nach Auschwitz-Birkenau vom 15.01. – 21.01.2018

 

Wie konntest Du ein Mensch bleiben?

Als wir, die 25 Schülerinnen und Schüler der Projektkurse der Jahrgangsstufe Q1 des Paul-Klee-Gymnasiums, am späten Abend in Krakau landen, sehen wir nur die Lichter einer Stadt, fast wie auf einer Urlaubsreise. Doch dieser Eindruck soll schon am nächsten Morgen verblassen: Wir tauchen ein in eines der dunkelsten Kapitel der Vergangenheit.

Wir gingen auf Spurensuche im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau

 

Im Rahmen der Projektkurse Geschichte setzen wir uns in den folgenden Tagen mit der wohl unmenschlichsten Seite des Nationalsozialismus auseinander: dem Symbol für die Massenvernichtung - dem Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau.

Organisiert durch den Verein „Stätte der Begegnung e.V.“ besuchen wir nacheinander das Stammlager, das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau und das Konzentrationslager Monowitz der IG Farben. Dabei stellen wir fest, wie unterschiedlich teilweise das Leben in den verschiedenen Lagern war (z.B. gemauerte Unterkünfte im Gegensatz zu Holzbaracken mit Lehmboden…). 

Im Vorfeld der Fahrt haben wir uns bereits mit unterschiedlichen Biographien von Menschen aus dem Lagerkomplex Auschwitz auseinandergesetzt. Anhand von diesen Lebensläufen werden die Erfahrungen der damals inhaftierten Menschen spürbarer, persönlicher. Es ist nicht mehr nur eine anonyme Masse von Männern, Frauen und Kindern, die durch diese Lager gingen, sondern für jeden von uns bekommt Auschwitz ein Gesicht. Nach den teilweise sehr bedrückenden Eindrücken in den Lagern, finden wir uns an den Nachmittagen zu Reflexionsrunden in Gruppen zusammen, um das Erlebte zu besprechen. Mehrere Filme und ein Gespräch mit der Zeitzeugin Lidia Maksymowicz vertiefen die bereits im Lager gewonnenen Erfahrungen und für jeden von uns ist absolut klar, dass sich so etwas nie wieder wiederholen darf.

Wir suchten nach den Überresten des KZ Monowitz, an dessen Stelle sich heute ein Dorf befindet.

 

Doch bei all den schockierenden Bildern und Berichten gibt es auch einige positive Dinge: Menschen, die das Lager überlebt haben und mit Zuversicht ein neues Leben aufgebaut haben, das Städtchen Oswiecim, nach dessen früherem deutschen Namen das Konzentrationslager benannt wurde und das heute eine ganz normale polnische Kleinstadt ist. Krakau, wo wir all unsere Taschengeldreste in Mitbringsel investiert haben und nicht zuletzt das reichhaltige polnische Essen, welches für jeden Geschmack etwas bietet.

Bevor wir nach knapp einer Woche die Rückreise antreten, besuchen wir im Rahmen einer „Krakau-Rallye“ nicht nur typische Sehenswürdigkeiten, sondern auch die Orte, wo jüdische Kultur auch heute noch lebendig ist (Synagogen, Restaurant mit traditioneller Klezmer Musik, …). Dies bildet einen sehr schönen Abschluss unserer Projektkursfahrt.

Wir möchten uns an dieser Stelle auch noch einmal bei unseren Betreuern und Guides von dem Verein „Stätte der Begegnung“ bedanken, die uns unseren Aufenthalt so interessant und angenehm wie möglich gestaltet haben.

(Anna Schelm, Q1)

Wir trafen Frau Lidia Maksymowicz, eine Zeitzeugin, die das Vernichtungslager Birkenau überlebte