Paul-Klee-Gymnasium Overath

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26.11.2018 Kategorie: Bericht

Schülerinnen und Schüler der EF und Q1 beteiligen sich am Welttag der Philosophie

„Oh Wunder! Schön!“ – Das PKG feiert den Welttag der Philosophie am 14.11.2018

Schon der Einstieg ist ungewohnt: Warum erzählt Frau Menke, die im Philosophieunterricht grundsätzlich auf rational begründete, logische Argumentation Wert legt, plötzlich, dass das Hineinspüren in sich selbst, die eigenen Intuitionen und Gefühle eine wichtige Basis für neue Erkenntnisse sind? Anstelle einer Antwort hierauf lädt Frau Rose dazu ein, mit einer Achtsamkeitsübung zur Entspannung diese Haltung einfach auszuprobieren. Als die sechzehn Jugendlichen der Stufen EF und Q1 zehn Minuten später die Augen wieder öffnen, will eigentlich keiner so recht das wohlige Schweigen brechen: Die Selbstwahrnehmung und das In-Sich-Ankommen sind zu angenehm, der erste Teil des Experiments damit geglückt und die Basis für eine aufmerksame, hellwache Zusammenarbeit gelegt.

Nun ist die Zeit reif für den zweiten Teil: Das Ausprobieren, das Hineinhören in sich selbst und die Wahrnehmung des Gelingens oder Scheiterns eigener kreativer Prozesse. Unter Anleitung der Künstlerin Annette Stachs aus Bonn gestalten die Teilnehmerinnen zum Thema „Baum“ mit Acrylfarben, Kohle und Kreide großformatige Kunstwerke, wobei sie sich selbst als Schaffende wahrnehmen, ausdrücken und über diese Erfahrung ins Gespräch kommen. Die Stimmen hierzu sind sehr unterschiedlich: „Wenn ich kreativ bin, dann macht mich das im Verlauf immer wütend und aggressiv, weil ich sauer auf mich selbst bin, dass ich mein Ziel nicht so erreiche, wie ich es mir vorgestellt habe“, berichtet eine Schülerin der Q1, wohingegen am anderen Ende des Tisches ein zufriedenes Staunen zu hören ist: „Oh, ich dachte, das Bild wäre jetzt total versaut, aber das sieht ja plötzlich richtig gut aus so!“  Wirklich unzufrieden mit seinem Ergebnis ist dann aber niemand, im Gegenteil: Die Bilder werden sogar am Ende gemeinschaftlich für so gut befunden, dass die Gruppe einer Ausstellung am Tag der offenen Tür zustimmt.

Am Nachmittag dann liefert eine Reihe ausgewählter philosophischer Kurzzitate die Basis zu Schritt drei des Experiments, nämlich zur Reflektion und philosophischen Diskussion. Dabei geht es beispielsweise darum, was eigener Perfektionismus und die Leistungsbewertung im Kunstunterricht mit dem Schaffensprozess machen: „Im Unterricht oder wenn ich will, dass etwas besonders gut wird, fühle ich mich unter Druck gesetzt, zum Beispiel das zu malen, was meine Lehrer schön finden oder vorgeben, obwohl es doch beim Kreativsein nicht um das Ergebnis, sondern um das Tun und um den Weg gehen soll. Die Freude ist das Wichtige. Dabei gibt es doch kein Richtig oder Falsch!“, ist die einhellige Meinung der Gruppe. Eine weitere der vielen kleinen Gesprächsrunden hat sich an der Frage festgebissen, inwiefern Kreativität etwas mit Schmerz und Verzweiflung zu tun haben kann oder muss: „Viele Erfahrungen im Leben sind notwendig, um einen dazu anzutreiben, sie durch Kunst zu verarbeiten. Extreme Erfahrungen prägen uns dabei stärker als durchschnittliche. Aber es müssen nicht schmerzhafte Dinge sein, die dann transformiert werden, um etwas Gutes zu bewirken. Auch kreatives Feuer wie Liebe oder große Freude prägen den Ausdruck, sodass Kunst immer Einblick in die eigene, individuelle Gedankenwelt gibt.“

Ein herzlicher Dank gilt dem Förderverein des PKG, ohne dessen freundliche Unterstützung dieser besondere, alle zwei Jahre von der Fachschaft Philosophie angebotene Tag nicht möglich wäre!